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Museumspädagogik: Bronzeguß
Schauhandwerk:
Ich mache jetzt seit Sommer 2000 "darstellerischen Bronzeguß". Das heisst, ich arbeite nicht
mit allen Mitteln auf ein Werkstück zu, sondern arbeite auch für's Auge des Betrachters. Dennoch
lasse ich es mir nicht nehmen kleine Kunstwerke zu verwirklicht um sie meinen Lieben zu schenken, mit
Freunden zu tauschen oder schlicht an Marktbesucher zu verkaufen... Letzteres ist nur eingeschraenkt möglich,
da unter gegebenen Umständen Qualität, Preis und Aufwand nur schwer im Verhältnis stehen
können.
Die Vorgehensweise:
Das Modell arbeite ich inzwischen in zwei Schritten, aus Wachs oder Speckstein (das ist historisch,
und das nicht ohne Grund... hervoragende Detailtreue) als Rohling davon mache ich Abgüsse in Blei
die mir auf dem Markt als variierbare Matritzen dienen, solche Matritzen wurden zu Hauf z.B. auf dem runden
Berg bei Bad Urach gefunden. Originale aus Wachs sind nix für den Markt...ist ärgelich wenn sie
kaputt gehen. Als From benutze ich modernen Formsand, der wiederum nicht historisch ist (war lange in
Diskussion bei den Archäologen, ist aber wohl endgütig vom Tisch). Allerdings ist Formsand,
im Gegensatz zu Vollformen aus Ton erstens weitaus unempfindlicher beim Transport und zweitens hat der
Zuschauer was zu sehen, wenn ich die Formen mache.
Das Werkzeug:
Meine Blasebalge hab ich selber gebaut nach Reliefschnitzereien von der Hylestad Stabkirche in Norwegen
(12.Jh). Als Ofen dient mir eine Modifikation (jaja, das alte Problem mit der Transportiererei ;-)) einer
Konstruktion die in der Experimentalarchäologie vorzufinden ist: ein Korbgeflecht, verputzt mit Lehm,
Stroh und Pferdemist. Als Tigel verwende ich 0,05 bis 0,1l Schamottontigel. Die von mir verwendeten Metalle
sind Blei, Zinn, Kupfer und Silber. Wichtig ist nur etwas Holzkohle auf die Schmelze zu legen, um die
Oxidation (Verbrennung) des Metalls zu verhindern.
Nacharbeit:
Nach dem Guß wird mit Feilen und Schleifsteinen nachgearbeitet. Wie das alte Handwerksmotto schon
sagt: '... und was der Gießer nich in der Form hat, hat sein Geselle an der Feile...' oder so...
Wichtig ist nur das man das Werkstück nicht im Wasser abschreckt wie beim Schmieden... das härtet
das Metall, was beim Guß mit 80% wahrscheinlichkeit zum Zerspringen des selbigen führt... spätestens
beim Aufnieten der Gürtelschnalle auf das Leder zum Beispiel.
Engagement:
Ich werde in Zukunft auf dieser Seite nach und nach Erfahrungen und Erkenntnisse zum Thema veröffentlichen.
Füer weitere Fragen bin ich gerne offen.
Falls Ihr mich für Euren nächsten Markt engagieren wollt, so fühlt Euch darin Bestätigt
mehr Handwerk und nicht nur Kriegskunst zu zeigen!
Meine Emailadresse ist
Info@odhal.de, oder ruft einfach an: +49 (0)7071 368499.
...und danach...
...FEIERabend in trauter Runde mit Musik und einem Bierchen!
Für die schönen Photos danke ich herzlich
Ralf Diehl und
Patrick Bachowski
!
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